Handy am Steuer: Ablenkung vermeiden, Leben schützen

Handy am Steuer: kann Leben kosten.

Jede Sekunde Ablenkung kann entscheidend sein. Du schützt Leben, wenn du das Handy liegen lässt.

Nachrichten tippen, scrollen oder Anrufe beantworten verlängert den Bremsweg und reduziert deine Reaktionsfähigkeit. Du gefährdest dich und andere.

 

Du nutzt dein Handy am Steuer

Genau hier beginnt das Risiko.

Handy am Steuer: Warum Ablenkung Leben kostet

Handy am Steuer bedeutet, dass du deine Aufmerksamkeit teilst. Dein Blick geht aufs Display. Dein Kopf ist bei der Nachricht. Die Straße verliert Priorität. Dein Gehirn kann diese Doppelbelastung nicht ausgleichen.

Auch wenn du es anders einschätzt: Multitasking funktioniert beim Autofahren nicht. Dein Reaktionsvermögen sinkt. Deine Wahrnehmung verengt sich. Du erkennst Gefahren später oder gar nicht. Schon wenige Sekunden Handy am Steuer reichen aus, um die Kontrolle zu verlieren.

Was beim Handy am Steuer konkret passieren kann

Du übersiehst ein Kind am Zebrastreifen.
Du erkennst ein plötzlich bremsendes Auto zu spät.
Du reagierst verspätet auf eine rote Ampel.
Du ziehst unbewusst zur Seite und gefährdest Radfahrer:innen.

Bei 50 km/h legst du in zwei Sekunden fast 30 Meter zurück – fast blind. Genau das passiert, wenn du dein Handy am Steuer nutzt. Viele dieser Situationen enden mit schweren Verletzungen, manche tödlich. Andere ziehen langfristige körperliche oder psychische Folgen nach sich. Für die Betroffenen. Für Angehörige. Auch für dich.

Warum Handy am Steuer so stark unterschätzt wird

Viele Menschen glauben, sie hätten ihr Handy am Steuer im Griff. Ein kurzer Blick, eine schnelle Nachricht – harmlos, oder?

Psychologisch ist genau das das Problem. Dein Gehirn unterschätzt Ablenkung systematisch. Du merkst nicht, wie stark deine Aufmerksamkeit leidet. Du überschätzt deine Kontrolle. Diese Fehleinschätzung macht Handy am Steuer besonders gefährlich.

Lenken und Telefon festhalten geht nicht!

Handy im Auto was gilt?

Seit 2017 ist klar: Telefonieren mit dem Handy am Ohr ist verboten. Aber auch Textnachrichten schreiben oder lesen, Anrufe ablehnen oder die Uhrzeit ablesen, wenn du das Handy dafür in die Hand nimmst, ist verboten.

Du darfst Smartphones, Tablets oder ähnliche Geräte nur nutzen, wenn sie in einer Halterung befestigt sind. Selbst dann darfst du nur kurz auf das Gerät schauen. Dein Blick muss sofort wieder zum Verkehr zurückkehren. Wie lang „kurz“ genau ist, entscheidet im Zweifel das Gericht – Beispiele gibt es etwa bei Touchscreens von Tesla.

Du darfst das Gerät nur dann komplett in die Hand nehmen, wenn dein Fahrzeug steht und der Motor ausgeschaltet ist. Start-Stopp-Automatik an Ampeln oder im Stau reicht nicht.

Das Verbot gilt auch für Fahrradfahrer. Steht das Rad, darfst du elektronische Geräte bedenkenlos nutzen.

Welche Geräte fallen unter das Verbot?

Alle elektronischen Geräte, die der Kommunikation, Information oder Organisation dienen: Smartphones, Handys, Autotelefone, Tablets, Touchscreens, E-Book-Reader, MP3-Player, PCs, Notebooks, Laptops, Diktier- und Navigationsgeräte, Fernseher, Smartwatches, iPods, Geräte mit Video- oder VR-Funktion.

Die Liste ist nicht abschließend. Sie zeigt nur, welche Geräte typischerweise darunterfallen. Grundregel: Alles, was deine Aufmerksamkeit vom Verkehr abzieht, darfst du während der Fahrt nicht in die Hand nehmen.

Strafen bei Handy am Steuer

Der Gesetzgeber reagiert klar auf dieses Risiko. Wer sein Handy am Steuer nutzt, muss mit folgenden Strafen rechnen:

  • 100 Euro Bußgeld

  • 1 Punkt in Flensburg

  • 1 Monat Fahrverbot

Verursachst du durch Handy am Steuer einen Unfall, verschärfen sich die Konsequenzen deutlich: höhere Bußgelder, längere Fahrverbote oder Entzug der Fahrerlaubnis. In schweren Fällen kann ein Strafverfahren folgen, besonders wenn Menschen verletzt werden.

Versicherungen und finanzielle Folgen

Auch deine Versicherung prüft genau, ob Handy am Steuer im Spiel war. In vielen Fällen gilt das als grobe Fahrlässigkeit.

Folge: Die Versicherung kann Leistungen kürzen oder verweigern. Reparaturen, Schmerzensgeld oder Folgekosten bleiben an dir hängen. Handy am Steuer kann also nicht nur rechtliche, sondern massive finanzielle Folgen haben.

Deine Vorbildfunktion für Heranwachsende

Kinder und Jugendliche lernen im Straßenverkehr nicht durch Belehrung. Sie lernen durch Beobachtung. Sie sehen, wie Erwachsene fahren. Sie übernehmen dieses Verhalten.

Wenn du Handy am Steuer nutzt, sendest du die Botschaft: Regeln sind verhandelbar, Aufmerksamkeit ist zweitrangig. Heranwachsende tragen diese Haltung weiter – als Radfahrer:innen, Beifahrer:innen oder spätere Autofahrer:innen. Deine Entscheidung wirkt langfristig.

Was du konkret tun kannst

  • Leg dein Handy vor Fahrtbeginn außer Reichweite.

  • Aktiviere den Nicht-stören-Modus oder Fahrmodus.

  • Informiere wichtige Kontakte, dass du während der Fahrt nicht erreichbar bist.

  • Halte an, wenn du telefonieren oder schreiben musst.

Triff eine klare Regel: Kein Handy am Steuer. Du schützt dich. Du schützt andere. Du übernimmst Verantwortung. Verkehrssicherheit beginnt nicht bei Strafen, sondern bei deiner Entscheidung, aufmerksam zu fahren.

Du brauchst Unterstützung?

Ruf mich an oder schreib mir eine Nachricht. Gemeinsam schauen wir, welche Ablenkungen dich im Alltag beeinflussen und wie du sicherer und ruhiger am Steuer wirst. Verkehrspsychologische Beratung schafft Klarheit und stärkt deine Handlungssicherheit.

Du hast zu viele Punkte? Auch durch Handy-Benutzung? Dann buch dir einen gratis Ersttermin bei mir.


 
Nicole Tanculski

Ich bin Nicole Tanculski, Verkehrspsychologin (BDP) und MPU-Trainerin. Ich begleite dich nach Führerscheinverlust durch Alkohol, Drogen, Punkte oder Aggression zurück ans Steuer. Mit meiner Verkehrstherapie und gezielter MPU-Vorbereitung helfe ich dir, deine Fahrerlaubnis sicher und dauerhaft wiederzuerlangen. Ich zeige dir, wie du Hindernisse hinter dir lässt und wieder frei und selbstbewusst fahren kannst.

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