Navi und Orientierungssinn: Macht Google Maps uns orientierungslos?
Verlernen wir durch die ständige Nutzung von Google Maps unseren Orientierungssinn?
Die Forschung gibt Anlass, genauer hinzuschauen. Studien deuten darauf hin, dass die Art der Navigation beeinflusst, wie wir unsere Umgebung kennenlernen und räumliche Informationen speichern. Daraus folgt allerdings nicht, dass ein Navigationsgerät unseren Orientierungssinn zwangsläufig verschlechtert.
Navi und Orientierungssinn: Macht Google Maps uns orientierungslos?
Du steigst ins Auto, gibst dein Ziel ins Navi ein und folgst den Anweisungen. Du kommst sicher an. Doch könntest du dieselbe Strecke morgen noch einmal ohne Google Maps fahren?
Navigations-Apps machen unseren Alltag einfacher. Sie zeigen uns den schnellsten Weg, warnen vor Staus und helfen uns, unbekannte Orte zu erreichen. Gleichzeitig übernehmen sie Aufgaben, die unser Gehirn sonst selbst erledigen müsste. Wir planen unsere Route seltener eigenständig und achten möglicherweise weniger auf die räumlichen Zusammenhänge unserer Umgebung.
Verlernen wir durch die ständige Nutzung von Google Maps unseren Orientierungssinn?
Die Forschung gibt Anlass, genauer hinzuschauen. Studien deuten darauf hin, dass die Art der Navigation beeinflusst, wie wir unsere Umgebung kennenlernen und räumliche Informationen speichern. Daraus folgt allerdings nicht, dass ein Navigationsgerät unseren Orientierungssinn zwangsläufig verschlechtert.
Als Verkehrspsychologin interessiert mich, was diese Erkenntnisse für unseren Alltag und die sichere Teilnahme am Straßenverkehr bedeuten. Wie verarbeitet unser Gehirn räumliche Informationen? Welche Rolle spielt der Hippocampus? Und wie kannst du deinen Orientierungssinn trainieren, ohne auf die Vorteile moderner Technik zu verzichten?
Wie navigiert unser Gehirn? Die Rolle des Hippocampus
Damit du dich in deiner Umgebung orientieren kannst, muss dein Gehirn verschiedene Informationen miteinander verknüpfen. Es verarbeitet beispielsweise Entfernungen, Richtungen, markante Gebäude und bereits bekannte Wege. Aus diesen Informationen entsteht eine Vorstellung davon, wo du dich befindest und wie verschiedene Orte zueinander liegen.
Eine wichtige Rolle spielt dabei der Hippocampus. Diese Struktur im inneren Schläfenlappen ist unter anderem an Gedächtnisprozessen und räumlicher Orientierung beteiligt.
Auch sogenannte Ortszellen und Gitterzellen tragen zur räumlichen Verarbeitung bei. Ortszellen wurden ursprünglich bei Tieren beschrieben und sind mit der Repräsentation bestimmter Orte verbunden. Gitterzellen im entorhinalen Kortex weisen Aktivitätsmuster auf, die mit einem räumlichen Koordinatensystem vergleichbar sind.
Diese spezialisierten Nervenzellen sind Teil eines größeren Netzwerks. Zusammen mit weiteren Hirnregionen unterstützen sie dich dabei, deine Position einzuschätzen, Wege wiederzuerkennen und räumliche Informationen im Gedächtnis zu verankern.
Was passiert, wenn du ständig ein Navi benutzt?
Wenn du einer Navigations-App folgst, musst du dir nicht unbedingt merken, welche Straßen du genommen hast. Das Smartphone übernimmt einen Teil der Wegplanung und erinnert dich rechtzeitig an die nächste Abbiegung.
Dadurch kann sich deine Aufmerksamkeit stärker auf die Anweisungen des Geräts richten als auf die Umgebung. Du erreichst dein Ziel, ohne dir unbedingt eine zusammenhängende Vorstellung von der Strecke aufgebaut zu haben.
Das bedeutet nicht, dass dein Gehirn beim Navigieren mit dem Navi untätig bleibt. Entscheidend ist vielmehr, welche Informationen du selbst verarbeitest und wie intensiv du dich mit deiner Umgebung auseinandersetzt.
Merke: Nicht allein die Nutzung des Navis ist entscheidend. Auch die Art, wie du es verwendest, spielt eine Rolle.
Immer ein Navi benutzen? Oder mal selber denken?
Egozentrische und allozentrische Navigation: Zwei Wege zur Orientierung
In der Psychologie unterscheiden wir zwischen zwei grundlegenden Formen räumlicher Orientierung. Sie ergänzen sich und helfen dir auf unterschiedliche Weise, dich in deiner Umgebung zurechtzufinden.
Egozentrische Navigation: Wo liegt etwas aus meiner Sicht?
Bei der egozentrischen Navigation orientierst du dich an deiner eigenen Position und Blickrichtung. Du speicherst beispielsweise, dass sich eine Bäckerei links von dir befindet oder dass du nach der nächsten Kreuzung rechts abbiegen musst.
Diese Strategie ist besonders hilfreich, wenn du einer bekannten Route folgst. Du kannst dich an einer Abfolge von Abzweigungen und Orientierungspunkten entlanghangeln.
Allozentrische Navigation: Wie liegen Orte zueinander?
Bei der allozentrischen Navigation speicherst du räumliche Beziehungen zwischen verschiedenen Orten. Du weißt beispielsweise, dass sich der Bahnhof nördlich des Marktplatzes befindet und dass du vom Marktplatz aus über eine bestimmte Straße zum Park gelangst.
Du entwickelst damit eine Art mentale Landkarte. Sie hilft dir, dich auch dann zurechtzufinden, wenn du dich an einer anderen Stelle befindest als gewohnt.
Welche Rolle spielt Google Maps?
Wenn du ausschließlich den Abbiegehinweisen folgst, kannst du eine Strecke bewältigen, ohne ihre räumliche Struktur umfassend zu lernen. Eine Übersichtskarte kann dagegen helfen, Zusammenhänge zwischen Straßen, Stadtteilen und Orientierungspunkten zu erkennen.
Eine Studie von Hejtmánek und Kolleg untersuchte, wie sich die Nutzung einer GPS-ähnlichen Navigationshilfe auf das räumliche Lernen auswirkt. In einer virtuellen Stadt hing eine intensivere Beschäftigung mit der Navigationsanzeige mit einer schlechteren räumlichen Repräsentation zusammen. Das Ergebnis zeigt, warum die Art der Aufmerksamkeit beim Navigieren wichtig sein kann. Es beweist jedoch nicht, dass jede Navi-Nutzung langfristig zu einem schlechteren Orientierungssinn führt.
Hier findest du die Studie zur GPS-gestützten Navigation und zum räumlichen Lernen.
Was sagt die Wissenschaft über Navi und Orientierungssinn?
Die Frage, ob Navigations-Apps unseren Orientierungssinn beeinträchtigen, beschäftigt die Forschung seit Jahren. Dabei ist es wichtig, verschiedene Ergebnisse auseinanderzuhalten.
GPS-Nutzung und räumliches Wissen
Eine systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse von Miola und Kolleg erschien 2024 im Journal of Environmental Psychology. Die Forschenden untersuchten den Zusammenhang zwischen GPS-Nutzung und verschiedenen Aspekten der Navigationsfähigkeit.
Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild:
Die GPS-Nutzung hing negativ mit dem Wissen über die räumliche Umgebung zusammen.
Auch beim subjektiv eingeschätzten Orientierungssinn zeigte sich ein negativer Zusammenhang.
Für die Fähigkeit, sich tatsächlich einen Weg zu suchen, ergab sich kein statistisch signifikanter Zusammenhang.
Ein großer Teil der einbezogenen Studien wies ein mittleres oder hohes Risiko für methodische Verzerrungen auf.
Das bedeutet: Menschen, die Navigationssysteme stärker nutzen, verfügen in den untersuchten Daten tendenziell über weniger räumliches Wissen. Daraus lässt sich aber nicht ohne Weiteres schließen, dass die GPS-Nutzung die Ursache dafür ist. Auch die umgekehrte Richtung ist denkbar: Menschen mit geringem Vertrauen in ihre eigene Orientierung verlassen sich möglicherweise häufiger auf technische Hilfe.
Die Ergebnisse sprechen deshalb nicht dafür, auf Navigations-Apps zu verzichten. Sie zeigen vielmehr, dass wir zwischen dem erfolgreichen Erreichen eines Ziels und dem tatsächlichen Lernen einer Route unterscheiden sollten.
Zur systematischen Übersichtsarbeit über GPS-Nutzung und Navigationsfähigkeit (2024).
Wie wir ein Navigationssystem verwenden, macht einen Unterschied
Auch eine Studie von Topete und Kolleg aus dem Jahr 2024 untersuchte, wie Menschen GPS-Systeme nutzen und wie diese Nutzung mit räumlichen Fähigkeiten zusammenhängt. Die Forschenden betrachteten sowohl die allgemeine Abhängigkeit von Navigationssystemen als auch unterschiedliche Nutzungsmuster und das Lernen einer unbekannten Umgebung.
Die Arbeit unterstreicht, dass es sinnvoll ist, nicht nur zu fragen, wie häufig jemand ein Navi verwendet. Ebenso wichtig ist, ob jemand aktiv mitdenkt, die Umgebung beobachtet und versucht, sich räumliche Zusammenhänge einzuprägen.
Hier findest du die vollständige Studie in Cognitive Research: Principles and Implications.
Die entscheidende Frage lautet also nicht nur, ob du ein Navi verwendest, sondern ob du dabei deine Umgebung aktiv kennenlernst.
Die Londoner Taxi-Studie: Was wir über die Anpassungsfähigkeit des Gehirns wissen
Eine bekannte Untersuchung von Eleanor Maguire und ihrem Forschungsteam zeigt, wie eng räumliches Lernen und das Gehirn miteinander verbunden sein können.
Die Forschenden untersuchten im Jahr 2000 die Gehirne von Londoner Taxifahrern. Um ihre Lizenz zu erhalten, mussten die Fahrer umfangreiche Kenntnisse über Straßen, Routen und Sehenswürdigkeiten erwerben. Sie mussten sich in einer komplexen Stadt ohne moderne Navigationssysteme zurechtfinden.
Die MRT-Aufnahmen zeigten Unterschiede im Hippocampus der Taxifahrer im Vergleich zu einer Kontrollgruppe. Insbesondere war das Volumen des hinteren Hippocampus bei den Taxifahrern größer. Außerdem fanden die Forschenden einen Zusammenhang zwischen der Dauer der Berufserfahrung und dem Volumen bestimmter Hippocampusbereiche.
Die Ergebnisse sprechen dafür, dass intensive räumliche Lernprozesse mit strukturellen Unterschieden im Gehirn einhergehen können.
Wichtig ist jedoch die richtige Einordnung: Die Studie untersuchte keine Menschen, die regelmäßig Google Maps verwenden. Sie beweist deshalb nicht, dass Navigations-Apps den Hippocampus verkleinern oder den Orientierungssinn dauerhaft verschlechtern.
Sie verdeutlicht vielmehr, dass räumliche Anforderungen mit der Anpassungsfähigkeit des Gehirns zusammenhängen können.
Warum wir unseren Orientierungssinn manchmal überschätzen
Du erreichst mit dem Navi problemlos dein Ziel. Das fühlt sich nach einer gelungenen Orientierung an. Trotzdem weißt du vielleicht nicht mehr, welche Straßen du genommen hast oder wie du ohne technische Unterstützung zurückfindest.
Hier lohnt es sich, zwischen zwei Dingen zu unterscheiden: dem Ergebnis einer Navigation und deiner eigenen Navigationsleistung.
Wenn dich eine App zuverlässig ans Ziel führt, kannst du die Aufgabe erfolgreich bewältigen, ohne alle dafür notwendigen Informationen selbst gespeichert zu haben. Das ist kein Fehler. Genau darin liegt der praktische Nutzen der Technik.
Problematisch wird es erst dann, wenn du annimmst, dass du die Strecke auch ohne Hilfe jederzeit reproduzieren könntest, obwohl du sie dir kaum eingeprägt hast.
Deine subjektive Einschätzung muss nicht immer mit deiner tatsächlichen Leistung übereinstimmen. Das gilt für viele kognitive Fähigkeiten und nicht nur für die räumliche Orientierung.
Wenn du herausfinden möchtest, wie gut du dich selbst orientierst, kannst du eine einfache Übung machen: Fahre eine bekannte Strecke mit Navi und versuche anschließend, die Route aus dem Gedächtnis auf einer Karte einzuzeichnen. Vergleiche deine Zeichnung mit der tatsächlichen Strecke.
So erkennst du, welche räumlichen Informationen du dir gemerkt hast und welche dir noch fehlen.
Geschlechterunterschiede beim Orientierungssinn: Was ist dran?
Die Vorstellung, Männer hätten grundsätzlich einen besseren Orientierungssinn als Frauen, hält sich hartnäckig. In Studien zeigen Männer bei einigen räumlichen Aufgaben im Durchschnitt Vorteile. Diese Ergebnisse gelten jedoch nicht für alle Aufgaben und lassen sich nicht pauschal auf die Orientierung im Alltag übertragen.
Räumliche Fähigkeiten hängen unter anderem von Erfahrung, Übung, Strategien und den jeweiligen Anforderungen einer Aufgabe ab. Auch soziale Erwartungen können beeinflussen, welche Erfahrungen Menschen sammeln und welche Fähigkeiten sie trainieren.
Aus Gruppenunterschieden lässt sich deshalb nicht ableiten, wie gut sich eine einzelne Person orientieren kann.
Für deinen Alltag ist eine andere Erkenntnis wichtiger: Du kannst deine räumlichen Fähigkeiten unabhängig von deinem Geschlecht durch Erfahrung und bewusste Auseinandersetzung mit deiner Umgebung fördern.
Übungen für den Alltag - mal die Karte nehmen?
Orientierungssinn trainieren: Fünf Übungen für deinen Alltag
Du musst dein Smartphone nicht abschaffen, um deine räumliche Orientierung zu fördern. Es reicht, wenn du deiner Umgebung bewusst mehr Aufmerksamkeit schenkst und dir regelmäßig Zeit für eigenständiges räumliches Lernen nimmst.
Übung 1: Sieh dir die Route vor der Fahrt an
Öffne vor der Fahrt eine Übersichtskarte. Präge dir die grobe Strecke ein und überlege, welche größeren Straßen, Kreuzungen oder Stadtteile du passieren wirst.
Versuche, die Route als zusammenhängenden Weg zu verstehen, statt nur die nächste Abbiegung zu kennen.
Übung 2: Achte auf markante Orientierungspunkte
Nimm während der Fahrt bewusst wahr, welche Gebäude, Plätze oder Straßenzüge dir bei der Orientierung helfen können. Konzentriere dich dabei auf das Verkehrsgeschehen und vermeide jede zusätzliche Ablenkung.
Präge dir die Orientierungspunkte nach der Fahrt noch einmal ein.
Übung 3: Zeichne eine bekannte Route aus dem Gedächtnis
Nimm ein Blatt Papier und zeichne eine Strecke, die du häufig zurücklegst. Markiere wichtige Kreuzungen und Orte.
Anschließend vergleichst du deine Zeichnung mit einer Karte. So erkennst du, wie gut du dir den räumlichen Zusammenhang eingeprägt hast.
Übung 4: Erkunde deine Umgebung zu Fuß
Wähle einen sicheren Weg durch ein Viertel, das du noch nicht gut kennst. Orientiere dich an Straßenschildern, Gebäuden und anderen markanten Punkten.
Nutze eine Karte bei Bedarf zur Kontrolle. Das Ziel ist nicht, dich absichtlich zu verlaufen, sondern deine Umgebung bewusster wahrzunehmen.
Übung 5: Denke in Himmelsrichtungen
Versuche, dir die Lage wichtiger Orte in deiner Umgebung einzuprägen. Wo liegt der Bahnhof im Verhältnis zu deiner Wohnung? In welcher Richtung befindet sich der nächste Park?
Solche Überlegungen helfen dir, räumliche Beziehungen aufzubauen und nicht nur einzelne Wege auswendig zu lernen.
Wichtig für Autofahrer:innen: Schalte das Navi nicht während einer anspruchsvollen Fahrt aus, wenn du dadurch unsicher wirst oder dich stärker auf die Suche nach dem Weg konzentrieren musst. Trainiere deine Orientierung lieber vor der Fahrt, nach der Ankunft oder bei einem Spaziergang.
Was hat der Orientierungssinn mit Fahreignung und MPU zu tun?
Im Straßenverkehr musst du deine Umgebung wahrnehmen, Informationen verarbeiten und angemessen auf Veränderungen reagieren. Dazu gehören unter anderem die Aufmerksamkeit, die Einschätzung von Entfernungen und die Orientierung im Verkehrsraum.
Die räumliche Orientierung ist dabei eine von mehreren kognitiven Fähigkeiten. Eine gute Orientierungsleistung allein beweist noch keine uneingeschränkte Fahreignung. Umgekehrt bedeutet ein schwacher Orientierungssinn nicht automatisch, dass jemand nicht sicher fahren kann.
Bei einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) richtet sich die Begutachtung nach der individuellen Fragestellung. Je nach Anlass können unterschiedliche Aspekte der Fahreignung relevant sein. Dazu gehören beispielsweise der Umgang mit Alkohol oder anderen psychoaktiven Substanzen, das Verhalten im Straßenverkehr und die Voraussetzungen für eine stabile Verhaltensänderung.
Auch bei älteren Verkehrsteilnehmer sollte man einzelne kognitive Fähigkeiten nicht isoliert beurteilen. Entscheidend ist, wie gut jemand die konkreten Anforderungen des Straßenverkehrs bewältigt.
Wenn du dich auf eine MPU vorbereitest, konzentriere dich deshalb nicht nur auf einzelne Übungen für das Gedächtnis oder die Orientierung. Entscheidend sind die Anforderungen deiner persönlichen Fragestellung und die Gründe, die zur Begutachtung geführt haben.
Häufige Fragen zu Navi und Orientierungssinn
-
Nein. Google Maps macht dich nicht grundsätzlich dümmer. Die App übernimmt bestimmte Navigationsaufgaben und erleichtert dir die Wegfindung. Wenn du dich dabei wenig mit deiner Umgebung auseinandersetzt, lernst du möglicherweise weniger über die räumlichen Zusammenhänge. Das betrifft eine bestimmte kognitive Fähigkeit und nicht deine allgemeine Intelligenz.
-
Räumliche Fähigkeiten können sich durch Erfahrung und Übung verändern. Du kannst deine Orientierung fördern, indem du Karten bewusst nutzt, neue Wege erkundest und dir räumliche Zusammenhänge einprägst. Wie stark sich deine Leistung verbessert, hängt unter anderem von deinen individuellen Voraussetzungen und der jeweiligen Aufgabe ab.
-
Wenn du dich beim Navigieren hauptsächlich an Abbiegehinweisen orientierst, speicherst du möglicherweise nur wenige Informationen über den gesamten Weg. Ohne die App fehlen dir dann wichtige Anhaltspunkte. Du kannst gegensteuern, indem du vor der Fahrt die Route ansiehst und auf markante Orientierungspunkte achtest.
-
Nein. Navigationssysteme können die Orientierung erleichtern und sind gerade in unbekannten oder komplexen Verkehrssituationen hilfreich. Es geht nicht darum, auf Technik zu verzichten. Du kannst sie bewusst einsetzen und trotzdem deine räumlichen Fähigkeiten fördern.
-
Eine Übersichtskarte kann dir helfen, räumliche Zusammenhänge zu erkennen. Du siehst mehrere Straßen und Orte gleichzeitig und kannst ihre Lage zueinander vergleichen. Entscheidend ist allerdings nicht allein, ob du eine gedruckte oder digitale Karte verwendest, sondern wie aktiv du dich mit ihr auseinandersetzt.
Fazit: Nutze das Navi, aber lerne deine Umgebung kennen
Navigations-Apps erleichtern unseren Alltag. Sie helfen uns, Ziele zuverlässig zu erreichen, und nehmen uns einen Teil der Wegplanung ab. Die Forschung deutet darauf hin, dass eine stärkere GPS-Nutzung mit geringerem räumlichem Wissen und einem schwächeren subjektiven Orientierungssinn zusammenhängen kann. Ein eindeutiger Nachweis, dass Navigations-Apps unseren Orientierungssinn grundsätzlich verschlechtern, ergibt sich daraus jedoch nicht.
Du kannst die Vorteile moderner Technik nutzen und gleichzeitig deine räumlichen Fähigkeiten fördern. Sieh dir Routen vor der Fahrt an, achte auf markante Orientierungspunkte und versuche, bekannte Wege aus dem Gedächtnis zu rekonstruieren.
Du musst nicht jede Strecke ohne Navi bewältigen. Es reicht, wenn du deinem Gehirn regelmäßig Gelegenheit gibst, räumliche Informationen selbst zu verarbeiten.
So bleibt die Technik eine hilfreiche Unterstützung, während du deine eigene Orientierung bewusst einsetzt.
Du möchtest mehr über deine Fahreignung erfahren?
Die sichere Teilnahme am Straßenverkehr hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die Wahrnehmung, die Aufmerksamkeit, die persönliche Einstellung und das eigene Verhalten.
Wenn du Fragen zur MPU hast oder dich gezielt auf eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung vorbereiten möchtest, informiere dich über die Möglichkeiten einer individuellen verkehrspsychologischen Beratung.
Nimm Kontakt auf und kläre, welche nächsten Schritte für deine persönliche Situation sinnvoll sind.